Museum im Landrichterhaus
Heimathirsch und Zwergkaninchen. Vereinsleben im gesellschaftlichen Wandel
29.03.2026 – 31.10.2026
Einen Blick auf die Geschichte des deutschen Vereinswesens zu werfen, ist gleichsam eine Seelenschau deutscher Gesellschaften im Wandel der Zeit. Ihre Gründung verdanken viele Vereine engagierten Personen, sogenannte Heimathirsche, die teils selbstlos, teils aus persönlichen Gründen oftmals in mehreren Vereinen Mitglied waren. Die auch als Vereinsmeierei bezeichnete Anhäufung von Mitgliedschaften und Funktionen wirkt aus heutiger Sicht abschreckend, hatte aber durchaus eine soziale Komponente. Der betreffenden Personen wurde Anerkennung und Ansehen zuteil. Dieses Engagement wird sichtbar durch die vielen Vereinsgründungen in der ehemaligen Herrlichkeit Gödens.
Die in der Ausstellung erwähnten historischen Vereine wurden über Zeitungsartikel recherchiert und bilden somit nicht unbedingt die gesamte Bandbreite der Vereine ab. Die noch heute existierenden Vereine sind über das ‚Gemeinsame Register-portal der Länder‘ einzusehen. Insgesamt konnten so 55 Vereine ermittelt werden, die in der ehemaligen Herrlichkeit ihre Spuren hinterlassen haben. Dazu kommen noch mehrere Ortsgruppen von Verbänden und Genossenschaften, die ähnliche Strukturen wie in den Vereinen aufweisen.
Deutschlandweit gibt es über 600.000 eingetragene Vereine. Etwa die Hälfte aller Deutschen ist Mitglied in mindestens einem von ihnen. In der ehemaligen Herrlichkeit Gödens findet sich die ganze Bandbreite der Vereinssparten. Es gründeten sich Freizeit- , Gesellschafts-, Sport-, Musik- und Sozialvereine. Sie führten Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus zusammen oder schlossen diese aus. Regionale Besonderheiten brachten spezielle Vereinsgründungen hervor.
Was erzählen Arthur Edens Bilder über die Orte, die er einst malte? Welche Gebäude sind darauf zu erkennen, wie sahen sie damals aus und was hat sich seitdem verändert? Diesen Fragen widmet sich Andreas Grundei am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 17 Uhr im Landrichterhaus Neustadtgödens.
Der Sillensteder Andreas Grundei beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Leben und Werk des 1899 geborenen Malers. Eden wurde vor allem als „Maler des Jeverlandes“ bekannt. Seine Gemälde zeigen Landschaften, Straßen, Häuser und Bauwerke der Region.
Gleichzeitig sind sie Zeugnisse einer vergangenen Zeit: Vieles von dem, was Eden auf seinen Bildern festhielt, hat sich verändert oder ist heute verschwunden.
Grundei möchte an diesem Abend jedoch nicht nur die bekannten Seiten des Künstlers zeigen. In einem ersten Teil geht es um Arthur Eden als Menschen und Maler. Von seiner Kindheit in Sillenstede über seine künstlerische Ausbildung und sein Berufsleben bis zu den späteren Jahren, in denen er intensiv malte, werden wichtige Stationen seines Lebens vorgestellt.
Zahlreiche, teilweise seltene Fotografien aus dem Nachlass geben Einblicke in Edens privates und berufliches Umfeld.
Andreas Grundei. Foto: Privat
Anschließend stehen etwa 13 Gemälde aus Sande, Neustadtgödens, Alt Marienhausen und Gödens im Mittelpunkt. Anhand der Werke erläutert Grundei verschiedene Maltechniken und erzählt, was sich hinter den jeweiligen Motiven verbirgt. Dabei geht es um mehr als die Frage, was auf einem Bild zu sehen ist: Die Gemälde führen auch zu den Orten, ihrer Geschichte und den Veränderungen, die sie im Laufe der Zeit erfahren haben.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, was nach Arthur Edens Tod 1977 mit seinem Werk geschah. Ausgewählte Plakate, Zeitungsausschnitte und Fotografien zeichnen die Entwicklung bis in die Gegenwart nach. Gedenkausstellungen, Veröffentlichungen und weitere Projekte zeigen, auf welche Weise die Erinnerung an den Künstler und seine Arbeiten weitergetragen wurde.
Der Abend soll aber nicht allein beim Vortrag bleiben. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich an einer anschließenden Gesprächsrunde zu beteiligen und eigene Erinnerungen an Arthur Eden oder seine Bilder einzubringen.
Andreas Grundei hat das digitale Werkverzeichnis Arthur Eden-Sillenstede herausgegeben. 2025 erschien zudem sein Buch „Malen, was schön ist – Arthur Eden-Sillenstede malt Jever“.
Der Vortrags- und Leseabend über Arthur Eden findet am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 17 Uhr im Landrichterhaus Neustadtgödens statt. Der Eintritt ist frei.
Oktober
04. Okt – 14 Uhr Apfelfest für Jung und Alt, im Künstlergarten in Kooperation mit dem BUND, Hartmut-Müller Mangels und Bärbel Abele
11. Okt – Die Küstenseeschwalbe: so weit die Flügel tragen, Vortrag von Dr. Benedikt Wiggering: Anlässlich der Vogelzugtage, in Kooperation mit dem Nationalpark Wattenmeer
November
29. Nov – 17 Uhr Dokumentarfilm: Konsequent Inkonsequent – Der Maler Franz Radziwill, Regier: Konstanze Radziwill, Gerburg Rhode-Dahl
Dezember
13. Dez – Adventsmatinée, Wilhelm Hofmann (Klavier), André Saad (Violoncello)
Januar
10. Jan – Finissage; Rückblick und Vorschau bei freiem Eintritt.
Juli
Kurse: „Meer malen“ von Marie-Charlott Ahlhorn
18.07. Kinderkunstkurs
19.07. Kurs für Jugendliche und Erwachsene
Jeweils von 11-15 Uhr
Weitere aktuelle Veranstaltungen im Franz Radziwill Haus Dangast finden sich auf der Homepage des Radziwill Hauses ↗.
Eintritt für Erwachsene 3 €, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben freien Eintritt, ebenso Mitglieder des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins.
Außerhalb dieser Öffnungszeiten können Mühle und Museum nach Anmeldung (als Gruppe) besichtigt werden. Gruppen können unter info@schlachtmuehle.de oder Tel. 04461-4212 eine Führung vereinbaren. Führung von Gruppen: 4 € für Erwachsene (ab 10 Erwachsene).
Mühlenfeste 2026
Deutscher Mühlentag Pfingstmontag 25. Mai
Apfelfest (Tag des offenen Denkmals) 13. September
Graupenfest (Brüllmarkt in Jever) 11. Oktober
Führungen und Workshops für Gruppen und Schulklassen
Nach Vereinbarung können Gruppen und Schulklassen eine Führung durch Mühle und Landwirtschaftsmuseum (ca. eine Stunde) oder einen Workshop „Vom Korn zum Brot“ (3 Stunden mit etwa 30 Teilnehmern) buchen. Infos über www.schlachtmuehle.de und Anmeldung über info@schlachtmuehle.de oder Tel. 04461-4212.
Die Workshops finden von März bis Oktober statt. Wir lernen dabei landwirtschaftliche Geräte kennen, dreschen Weizen mit Dreschflegel und Dreschblock, reinigen das Korn mit der Windfege. Wir erproben Mahlverfahren mit Handmühlen und erfahren, wie die Windmühle funktioniert. Schließlich backen wir gemeinsam Fladenbrote. Mit Förderung durch das Land Niedersachsen im Projekt „Transparenz schaffen“ können wir die Workshops für eine beschränkte Anzahl von Schulklassen und Gruppen für 2 € pro Kind anbieten.
Weitere aktuelle Veranstaltungen in der Schlachtmühle Jever finden sich auf der Homepage der Schlachtmühle ↗.
29.03.2026 bis 10.01.2027
Sammeln ist eine zutiefst im Menschen verankerte Leidenschaft, der ein großer Teil der Deutschen nachgeht. Es geht um das Suchen, Entdecken, Besitzen und Zeigen. Macht Sammeln glücklich, bringt es eine Ordnung in das Unübersichtliche und Unbekannte, kann es der Vergänglichkeit etwas entgegensetzen?
In der Ausstellung werden Privates und Museales nebeneinander präsentiert. Schallplatten, Briefmarken, Hobel und natürlich Schätze aus dem Museumsmagazin sammeln sich, um zu erfreuen, zu begeistern, nachdenklich zu machen. Und am Ende steht vielleicht die Frage im Raum: Was könnte ICH eigentlich sammeln?
15.05.2026 bis 10.01.2027
Über Jahrhunderte prägten sie das Leben in Dörfern und Kleinstädten. Gasthöfe waren Orte der Begegnung, der Geselligkeit, manchmal auch des handfesten Streits. Für die ländliche Bevölkerung waren sie unbestrittener Mittelpunkt der Freizeitgestaltung. Heute jedoch stehen sie vielfach leer, sind längst verfallen oder gar abgerissen. Nur wenige Wirtshäuser in der Fläche trotzen mit neuen Nutzungskonzepten dem kulturhistorischen Wandel des digitalen Zeitalters.
Die Ausstellung des Schlossmuseums Jever widmet sich diesen fast vergessenen Kult- und Kulturorten. Der informative und unterhaltsame kulturhistorische Bogen erzählt von Postkutschen und Zollstellen, Bewirtung und Gastfreundschaft und nicht zuletzt vom Tanzen, rauschhaftem Feiern und Amüsieren.
- Offene Schloss- und Parkführungen, ohne Anmeldung, Beginn jeweils um 15.00 Uhr
Herbstferien.
Mittwochs: 14.10.; 21.10.; 28.10.
Sonntags: 18.10.; 25.10.
Advent.
29.11.; 6.12.; 20.12. - Vortrag von Dirk Meyer am 15.10.26: „Von seliger Stätte zum sündigen Genuss“. Gastronomisches zum Essen und Trinken in der Nachkriegszeit – vom Landgasthof zur Drei-Sterne-Küche
Ein spannender Einblick in die Geschichte der Ess- und Trinkkultur der Nachkriegszeit.
Die Dauerausstellung des Schulmuseums im Untergeschoss ist komplett überarbeitet und mit einer Fibel-Ausstellung ergänzt worden.
Das Nordwestdeutsche Schulmuseum bietet an Christi Himmelfahrt das traditionelle Open-Air-Fest mit Live Musik und Grillen im Museumsgarten an.
Am Internationalen Museumstag (17. Mai 2026) ist der Eintritt frei und es wird ab 15:00 Uhr eine Offene Führung angeboten.
Am 19., 24. und 25.Juni bietet die Waldpädagogin Anette Haupt-Koch im zum Schulmuseum gehörenden Naturerlebnishaus im Rahmen der Woche der Natur für Schulklassen/Kindergärten Führungen von 08:00 bis 13:00 Uhr an.
Gruppenanmeldungen sind auch in der Winterpause sonntags und an allen anderen Wochentagen (ab 20 Personen) für das Café möglich.
Melden Sie sich auch dafür bitte vorab dienstags – freitags zwischen 9. 00 – 12.00 Uhr bei Nadine Henkensiefken, Tel.: 0171 7095264.
Weitere aktuelle Veranstaltungen im Norddeutschen Schulmuseum Bohlenbergerfeld finden sich auf der Homepage des Schulmuseums ↗.









